Schweres Unwetter über Castrop-Rauxel - Mit vereinten Kräften im Dauereinsatz

14./15.07.2021 Tief "Bernd" wütete ab dem späten Mittwochnachmittag (14.07.) über Nordrhein-Westfalen. Im Kreis war vor allem Castrop-Rauxel betroffen. Bis in die frühen Morgenstunden leisteten die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des EUV Stadtbetriebs, des städtischen Immobilienmanagements, der Polizei und des Technischen Hilfswerks (THW) Sicherungs- und Aufräumarbeiten. Letztere dauern an. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

„Alle Einsatzkräfte haben Großartiges geleistet, und es hat mich begeistert und stolz gemacht, zu erleben, wie im Ernstfall alle Hand in Hand arbeiten. Dafür gebührt allen Anerkennung und ein herzliches Dankeschön“, erklärt Bürgermeister Rajko Kravanja, der am Mittwochabend selbst vor Ort in Obercastrop war, wo das Unwetter besonders wütete.

„Wenn es darauf ankommt, kann man sehen, was wir können“, betont auch Ulrich Vogel, Leiter der Feuerwehr Castrop-Rauxel: „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die sehr gute Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche. Die besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen jeder Einheit addieren sich dann auf und können dementsprechend herangezogen werden. Bei jedem Einsatz sind die Kollegen und Kolleginnen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, und ich freue mich, dass alle unbeschadet und gesund wieder an Bord sind“.

So war allein der EUV Stadtbetrieb mit über 20 Mitarbeitenden nach dem Unwetter im Einsatz und rückte am Mittwochabend mit mehr als zehn Fahrzeugen und schwerem Gerät aus – mit Kranwagen, Müllfahrzeugen, Großkehrmaschinen und Service-Fahrzeugen. „Bereits tagsüber haben wir die Straßen, Sinkkästen, Gewässer und Rückhaltebecken engmaschig kontrolliert, der Bereitschaftsdienst wurde ausgeweitet“, berichtet EUV-Vorstand Michael Werner.

Insgesamt 115 Einsätze wurden der Feuerwehr bis Donnerstagmorgen (15.07.) 7.30 Uhr gemeldet. Weitere Einsätze kamen im Verlauf des Donnerstagvormittags hinzu.

Vom Unwetter betroffen war vor allem das südliche Stadtgebiet. Ein Einsatzschwerpunkt war der Stadtteil Obercastrop. Dort hatte eine Windhose immensen Schaden angerichtet: Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt. Ein beschäftigter Dachgiebel am Grünen Weg musste teilweise abgetragen werden.

„Gemeinsam mit Feuerwehr, THW und Polizei haben wir die betroffenen Straßen geräumt“, so der stellvertretende EUV-Vorstand Thorsten Werth-von Kampen. Große Schäden waren insbesondere auf der Kreuzstraße und am Grünen Weg zu verzeichnen. So wurden ebenfalls große Teile des Dachs der städtischen Kita Swabedoo beschädigt. Die Eltern wurden bereits informiert, dass die weitere Betreuung kurzfristig in anderen Räumlichkeiten stattfinden wird. Das Immobilienmanagement der Stadt arbeitet auch hier bereits an der Behebung der Schäden.

Im weiteren Verlauf der Nacht musste der EUV Stadtbetrieb zudem bei der Sperrung einer Unterführung der B 235 Amtshilfe leisten, da die Wassermassen dort nicht abgepumpt werden konnten. „Eine temporäre Sperrung war aus Sicherheitsgründen erforderlich“, erklärte Werth-von Kampen. Zwischenzeitlich wurde die Sperrung wieder aufgehoben. Später in der Nacht musste der EUV Stadtbetrieb zudem zum Gondelteich im Stadtgarten ausrücken, da dieser an zwei Stellen überlief. Das Wasser konnte schließlich aber kontrolliert ablaufen. „Insgesamt hat die städtische Kanalisation die großen Wassermassen aufnehmen können, hier hat alles funktioniert“, erklärt Werth-von Kampen.

Ein weiterer größerer Einsatzort am Mittwochabend war am Evangelischen Krankenhaus (EvK). Dort war Wasser in das Kellergeschoss gelaufen. Mit der Unterstützung der Castrop-Rauxeler Ortsgruppe des THW und weiteren Kräften aus dem Kreisgebiet konnten das Wasser abgepumpt und die sensiblen medizinischen Gerätschaften gerettet werden.

Am Tag nach dem Unwetter erfolgen weiterhin Aufräumarbeiten. Zudem kontrolliert die Feuerwehr mithilfe einer Drohne weitere mögliche Schäden an Dächern und überfliegt weitere Gefahrenpunkte. Auch der EUV Stadtbetrieb überprüft erneut die Straßen im Stadtgebiet, um mögliche Schäden schnellstmöglich zu beheben.

Darüber hinaus unterstützt eine taktische Einheit der Feuerwehr Castrop-Rauxel am Donnerstag die Kräfte in Wuppertal mit 12 Einsatzkräften und leistet dort überörtliche Hilfe.

Aufgrund der Aufräumarbeiten nach dem Unwetter und dem Einsatz zahlreicher Kräfte des EUV Stadtbetriebs am Abend des Unwetters kam es Donnerstag zu Einschränkungen bei der Straßenreinigung und der Müllabfuhr. So müssen einige Leerungstermine im Stadtgebiet ausfallen. Diese sollen aber nachgeholt werden. Der EUV Stadtbetrieb bittet um Verständnis.

Alle Sportplätze im Stadtgebiet wurden am Mittwochabend kurzfristig gesperrt. Durch das Unwetter besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde die Erin-Kampfbahn in Obercastrop. Nach Kontrollen aller dortigen Bäume und umfangreichen Aufräumarbeiten kann sie aber voraussichtlich am Freitag, 16. Juli, wieder freigegeben. Die Naturrasenplätze blieben ebenfalls nur noch am Donnerstag geschlossen und sind ab Freitag wieder bespielbar. Alle anderen Sportplätze wurden bereits am Donnerstagmorgen wieder freigegeben.

 

Sturmtief führt zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr

11.03.2021 Das heutige Sturmtief hat auch das Castrop-Rauxeler Stadtgebiet nicht verschont und der Feuerwehr eine Reihe von Einsätzen beschert. Die Einsatzstellen verteilten sich dabei über das gesamte Stadtgebiet.

Von 12:00 Uhr bis 16:30 Uhr wurde die Feuerwehr Castrop-Rauxel zu insgesamt neun sturmbedingten Einsätzen alarmiert. Hierbei mussten durch die Einsatzkräfte der hauptamtlichen Wache morsche oder lose Äste, die herabzustürzen drohten, beseitigt werden, ein vom Balkon gewehter Sonnenschirm, Fallrohre und eine Außenwerbung an Gebäuden gesichert werden. An einer weiteren Einsatzstelle waren durch den Sturm Dachziegel heruntergefallen.

An zwei weiteren Einsatzstellen mussten umgestürzte Bäume durch die Einsatzkräfte beseitigt werden. Einer dieser Einsätze wurde dabei vom Löschzug Rauxel-Dorf übernommen.
Personen kamen bei dem Sturmtief bisher glücklicherweise nicht zu Schaden.